Kurz vor dem Wochenende noch einen Beitrag zu posten ist zwar dämlich, aber bevor ab Sonntag die ersten Strongmanrun Berichte die Blogwelt bereichern, kommt hier jetzt noch mein Beitrag zum 10. MRRC Stadttriathlon am 29. April 2012. Ist ja auch schon wieder überfällig, aber die Arbeit hatte diese Woche keine Gnade mit einem Hobby-Author.

Holt Euch einen Kaffee, ist mal wieder etwas länglich geworden, aber bei drei Disziplinen…

Mein Arm schmerzt. Um genau zu sein der rechte Oberarm. Wenn ich den Ellenbogen vom Körper abspreizen möchte

Ruhe vor dem Sturm

muss ich die linke Hand zur Hilfe nehmen. Ob das für eine Krankschreibung reicht? Wohl kaum. Wer meint, bei einem Sprint Triathlon anzutreten und alles gibt, kann auch am Montag arbeiten, auch wenn die Handschrift dann noch unleserlicher ist als sonst. Ansonsten habe ich den Volkstriathlon im Olympiapark ganz gut verkraftet. Außer dem rechten Oberarm ist alles OK. Noch vor zwei Jahren, als ich meinen letzten Sprinttriathlon absolvierte, lag ich Nachmittags mit Muskelkrämpfen  auf dem heimischen Wohnzimmerteppich. Diese Krämpfe sind diesmal ausgeblieben. Ein Zeichen, dass Training auch einen alternden  Körper an außergewöhnliche Belastungen gewöhnen kann.

Der MRRC Stadttriathlon ist einer der sportlichen Highlights im Münchner Olympiapark, und da darf ich natürlich nicht fehlen, schließlich ist das mein Wohnzimmer. Meine Ansprüche waren ursprünglich recht bescheiden, das Motto „dabei sein ist alles“ genügten mir als Motivation. Als ich mir jedoch Hoffnungen auf den Startplatz beim Chiemsee Triathlon machte, der bei Chiemgau-LuL verlost wurde, steigerte ich schon im Vorfeld das Training, um auszuloten was ich zu leisten überhaupt im Stande bin. So erhöhte die Schwimmeinheiten und schwamm fortan nur noch 1500m plus und meine Radausfahren wurden verdoppelt um zu sehen, ob ich mir da nicht vielleicht zu viel zugemutet habe. Beim Laufen machte ich weiter wie bisher, wobei mein Knie mich ja so ein bisschen zum pausieren zwang, aber 10km pro Einheit waren noch drin, wenn ich nicht gerade mit Lars eine längere Tour durch einen der Münchner Parks unternahm.

Wie ich vor zwei Wochen Bescheid bekam, dass ich den Startplatz beim Chiemsee Triathlon gewonnen habe stand fest, dass ich beim Stadttriathlon angreifen möchte um zu sehen was geht.

Allein bzgl. der Organisation war das die Generalprobe für Chiemsee.  Unglaublich, an  was man da alles denken muss wenn man an einem Tag drei Disziplinen durchzieht. Auch wenn die Distanzen  nur kurz sind, das Equipment ist das gleiche.

Eine Herausforderung alleine das alles in eine Tasche zu bekommen. Bereits am Freitag schrieb ich meine Packliste, die in den nächsten 24 Stunden ständig erweitert wurde.

Freitag Nachmittag absolvierte ich das letzte Koppeltraining. 30 Minuten auf dem Ergo,  dann 5 km durch den Park. Die 27 C° am Nachmittag waren eine Herausforderung, stellten mich aber gut auf die Schwüle am Sonntag ein.

Samstag früh, probierte ich schon mal mein Tri-Suite, ob ich da überhaupt noch reinpasse?

–Zwäng-

Erstaunlich, da geht man in der Woche vier mal sporteln, aber eine direkte Auswirkung auf das Bauchvolumen scheint das nicht zu haben. Ich habe sonst die Kleidergröße M, aber beim Tri-Suite von Skinfit ist mir selbst  XL zu eng.  Da heißt es Baucheinziehen. Schnell noch mit dem Langhaarscheider über die Brust gebrummt, um das Gewölle, das rechts und links aus dem Anzug quillt etwas zu stutzen. Etwaige Leberflecke werden dabei auch gleich beseitigt. -Autsch- Wenn ich gerade  schon am Mähen bin, bekommen auch die Achseln gleich noch Ihren Frühjarhrsschnitt.

Danach übte ich noch ein bisschen den Wechsel zum Rad bzw. zum Laufen. Alles klappte perfekt. Aber wie das häufig so ist. Ist die Generalprobe gelungen geht’s bei der Premiere garantiert in die Hose…

Am Sonntag ging es dann schon relativ zeitig in den Olympiapark. Meine Startzeit war zwar erst auf ca. 13:00 Uhr angesetzt, ich musste aber bis spätestens 11 Uhr meine Wechselzone eingerichtet haben, und da es kurz vor knapp immer etwas eng wird beim Check-In, war ich bereits um 10:00 Uhr vor Ort und richtete in Ruhe meine Wechselzone ein.

In dieser Zeit hörte ich aus den unterschiedlichsten Ecken immer wieder den verzweifelten Ruf “hat hier jemand zufällig einen Locher dabei?“

Da sieht man es mal wieder. Die lesen alle nicht mein Blog, da gibt’s nämlich den ultimativen Mini- Startnummernlocher, den ich hier nochmals anpreisen möchte ;-) => Klickmich

Ich hatte meinen Locher natürlich auch nicht dabei, hatte ich ja am Samstag genug Zeit meine Startnummer fachgerecht  zu perforieren. Aber mit Locher wäre ich natürlich der König gewesen…

So amüsierte sich nur mein näheres Umfeld über meine –timekiller-Spezial-Gummi-Aufhängung der Radschuhe. Pah! Alles Amateure …

Dann galt es die Zeit bis zum Start tot zu schlagen, aber das war überhaupt kein Problem. Es ergaben sich viele interessante Gespräche mit Sportbegeisterten. Ich konnte die Zeit auch nutzen um  den Trouble-Desk auf zu suchen, nicht um dort „Trouble“ zu machen, sondern um Frank von www.trackmyrun.de kurz Hallo zu sagen.

Was ich bei meiner Vorbereitung  nicht bedacht hatte, ist dass ich beim langen Warten hungrig werden könnte.  Ich hatte zwar genug zu trinken dabei, aber nix zu essen. Es gibt ja eine reichhaltige Zielverpflegung. Wenn man aber vor dem  Start drei Stunden rumsteht, beginnt der Magen irgendwann an zu knurren. Und nach dem Schwimmen habe ich dann bestimmt so richtig Hunger.  In meiner Sporttasche fand ich zum Glück ein paar Münzen, und konnte so dem Süßigkeiten Automat zwei Balisto Riegel entlocken.

Langsam wird’s dann auch für mich ernst. Ich reihe mich in die Schlange am Schwimmstart ein. Da es bei 1900 Teilnehmern, bei  einem Massenstart  zwangsläufig zu Verstopfungen im Becken kommen würde, wird im Jagdstart gestartet und man mäandriert im Zickzackkurs über 8 Bahnen durchs Becken.  In Zeitintervallen von 8 Sekunden geht’s ins Wasser, wobei die langsamen Schwimmer zuerst starten. Die Startnummern und die dazu gehörige Startzeit werden anhand der gemeldeten Schwimmzeiten vergeben. Zweifel werden wach, ob ich mit meiner gemeldeten Schwimmzeit von 8:30 nicht vielleicht doch etwas zu hoch gegriffen habe. Die Starter, die jetzt alle ins Wasser gehen kraulen durchweg, ich bin Brustschwimmer, mal sehen ob ich mithalten kann…

Ich bekomme einen Klapps auf den Rücken und mit einem beherzten Bauchplatscher geht’s endlich ins Rennen. Die ersten 50m werden gekrault, mehr ist beim derzeitigen Trainingstand nicht drin. Die restlichen sieben Bahnen schwimme ich Brust, außer wenn ich gerade einen Krauler überhole. Ich schaufle mich wie ein wahninniger durchs Becken. Die letzte Bahn muss ich das Tempo etwas raus nehmen, vor mir hat sich ein Pulk gebildet, da könnte ich nur noch unten durch tauchen. Das lass ich heute mal. Mit 8:10 min gehe ich über die Zwischenzeiten Matte. Gewundert wird sich zu einem späteren Zeitpunkt über dieses Resultat, jetzt gilt es den Weg zum Rad zu finden.  Durch das Labyrinth der Radständer finde ich erstaunlich schnell den Weg zu meinem Wechselplatz.

Badekappe runter, Schwimmbrille runter, Brille aus Schuh geangelt, Radbrille auf, Socken an,  in Startnummer steigen, Startnummer dabei halb abreisen, Helm auf, Rad schnappen und ab.

Ich schiebe das Rad durch die Wechselzone. In der Aufstiegszone komme ich auf die glorreiche Idee gleichzeitig am Garmin die Rundentaste für das Beenden der Übergangszeit zu drücken und gleichzeitig  auf meine präparierten Radschuhe steigen. Aber irgendwie bin ich zu schnell und kann nicht alles gleichzeitig koordinieren. Laufen, Rad schieben, Garmin abdrücken, aufsteigen…

Das klappt vielleicht bei Frauen, die können ja Multitasking, bei mir geht’s in die Hose. Ich rutsche im vollen Lauf vom Schuh ab, strauchle, kann aber einen Sturz noch verhindern. Dafür stehe ich jetzt blöd im Weg rum und steige nicht gerade dynamisch auf mein Rad. Naja, das müssen wir nochmal üben, das war jetzt so gar nix…

-Höre ich da etwa Gelächter aus den Zuschauerreihen? Schnell weg bevor mich jemand erkennt-

Ich fädele mich in den fließenden Verkehr auf der Radstecke ein. Gehe in die Aerobars lege das große Blatt auf und lasse es laufen.  So ein richtiger Highspeed Kurs ist das allerdings nicht im Olympiapark. Dafür hat es zuviele 90° Kurven.  Zudem ist Windschatten fahren beim Triathlon verboten, das ist jetzt nix neues, aber beim Citytriathlon ist es für diese Regel manchmal doch etwas zu eng. An manchen Stellen ist die Strecke gerade mal drei Meter breit. Das heißt man muss ständig angreifen, denn die virtuelle Windbox von 10 x 3 Meter um einen Fahrer herum darf nur während eines Überholvorgangs durchfahren werden. Um die Verwirrung komplett zu machen hat die Wettkampfleitung kurzfristig entschieden, dass 200 Meter vor den 90° Kurven die Windschattenregel aufgehoben wird, durch die Kurven darf man dann allerdings nur hintereinander durchfahren, ansonsten gibt’s ne gelbe Karte.

Die erste Runde ist zum warm werden. In der zweiten und dritten Runde lasse ich die Oberschenkel glühen. Die Startnummer die nur noch an einem Loch befestigt ist, knattert dabei wie wild im Wind, mal sehen wann die mich verlässt.  Die Radflotte die auf dem Rundkurs unterwegs ist,  ist bunt gemischt, hochgetunte Rennmaschinen ziehen an Tourenrädern mit Körbchen vorbei. Auch ein Klapprad habe ich gesehen,  den Vogel schießt jedoch der Kollege mit dem “Call a Bike”  der Bahn ab. Würde mich interessieren welche Wette der Gute verloren hat :-)

Während meiner vierten Runde rätsel ich wie viele Runden ich wohl noch fahren muss.  Ab einem Puls von 150 bpm ist mein Hirn nur noch auf Standby.  Gut dass ich meinen Garmin dabei hab, die Kilometererfassung scheint zu funktionieren, auch wenn der Puls eine Nulllinie zeigt. –Grrrr- Ist klar, ich war ja im Wasser, das kann der FR 310XT als „Multisportuhr“ offenbar nicht ab.

Auf der letzten halben Runde nehme ich dann das Tempo raus und schalte ein paar Gänge runter, damit die Beine fürs Laufen locker werden.  Die 18 Kilometer bewältige ich in 29:07 min, das ist ein 37km/h Schnitt, angesichts des eckigen Kurses ist das gar nicht mal so übel.

Beim Absteigen gibt’s diesmal keine Probleme, ich hab‘s ja auch geübt. Klettverschlüsse auf, aus dem Schuh schlüpfen,  auf den Schuh steigen, weiter treten, und dann in der Abstiegszone bequem absteigen, und auf Socken in die Wechselzone laufen.

Rad abstellen, Helm ab, Radbrille ab, in Laufschuh schlüpfen, Kappe auf, Schluck aus der Pulle und ab auf die Laufstrecke.

Der erste Abschnitt auf der Laufstrecke ist die Hölle. Auf grobem Kopfsteinpflaster geht es am Theatron vorbei und dann eine Steigung (immer noch Kopfsteinpflaster) zum Olympiastadion hoch. Die Oberschenkel fühlen sich wie Pudding an, vielleicht hätte ich auf der Radstrecke doch früher den Dampf abdrehen sollen. Jetzt ist es zu spät. Ich habe das Gefühl ich stehe. Mich würde interessieren was ich gerade für einen Puls habe, aber der Garmin zeigt  immer noch eine „flatline“. Dafür überrascht mich der Forerunner beim ersten Kilometer mit einer 5:02, und das  trotz fieser Steigung,  Kopfsteinpflaster und Wackelbeinen!

-???-

-was bin ich bloß für ein Tier!-

Fühlen tue ich mich jedoch  eher wie eine hundertjährige Schildkröte, und versuche auf dem zweiten Kilometer (5:01) etwas kraft zu sammeln. Die Laufstrecke ist wenig abwechslungsreich. Es geht auf einer Strecke von ca. 600 Meter immer hin und her, wobei in der Mitte der Strecke ein Hügel ist, da muss man also  8 mal rauf und wieder runter. Wir haben mittlerweile kurz vor 14:00 Uhr. Die Sonne legt sich ordentlich ins Zeug und brennt vom Himmel. Und das Ende April, wie soll das erst im Sommer werden?  Auf der zweiten Runde nehme ich einen Becher Wasser und schütte Ihn mir über den Kopf. Das kühlt etwas mein Aggregat. Langsam kehrt die Laufroutine zurück. Kilometer drei und vier

Zielspurt

kann ich in einer 4:50 laufen, es geht merklich leichter. Auf dem letzten Kilometer kann ich dann noch eine 4:24 raushauen.

Nach 1:04:57 bin ich im Ziel. Das sind gut 3 Minuten besser als vor Zwei Jahren.  Das stimmt mich zuversichtlich, auch wenn die Distanzen die im Juli aufgerufen werden, gut das Doppelte sind, im Schwimmen gar das Dreifache.

Ich weiß was ich die nächsten Wochen zu tun habe.

 

Den Organisatoren des 10. MRRC Citytriathlons und dem Heer an freiwilligen Helfern (200) muss ich an dieser Stelle ein riesen Kompliment machen. Das war ein Sportfest für 1900 Athleten, da hat  alles geklappt wie am Schnürchen. Man merkt dass das nicht die erste Veranstaltung vom MRRC war. Ich freue mich schon auf nächstes Jahr.

Ich sag‘s ganz ehrlich, eigentlich halte ich nix von Spendenläufen. Zumindest von Spendenläufe wie sie hauptsächlich angeboten werden. Irgendwo ist ein Volkslauf und ein geringer Teil der Startgebühr geht an einen guten Zweck.

Was soll das?

Ich laufe und tue was Gutes? Würde ich nicht laufen und dafür die gesamte Startgebühr spenden wäre das ja sinnvoller. Wenn ich spenden will muss ich doch nicht laufen?

OK, auf diese Art kommt wenigstens etwas Geld zusammen, aber der Deckmantel der Wohltätigkeit stört mich dabei. Ich amüsiere mich und habe meinen Spaß, und als Almosen, weil ich ja so einen Spaß (oder schlechtes Gewissen) habe, gebe ich etwas an Bedürftige ab. Im Grunde ist das doch nur ein Etikett mit dem sich die Veranstalter schmücken, um Ihre Startgebühren schön zu reden.

Wesentlich sinnvoller finde ich da schon Spendenläufe bei denen sich Läufer Sponsoren suchen, die dann pro gelaufenen Kilometer einen zuvor festgelegten Betrag spenden.

Da gibt es unterschiedliche Varianten. Meist veranstalten Schulen und Vereine solche Spendenläufe. Ich bin immer wieder erstaunt welche Beträge meine Neffen mir bei solchen Spendenläufen aus dem Kreuz leiern.

Stefan Kohler der RunningFreak, der den meisten aus der Laufszene bekannt sein dürfte, ruft derzeit zu einem ganz besonderen Spendenlauf auf, den ich gerne unterstützen möchte.

Steffen läuft am 26 / 27 Mai bei der “TorTour de Ruhr” mit, der längste NonStopLauf Deutschlands. 230 km in maximal 38 Stunden!

Steffen ist ein RunningFreak, ist hoch motiviert und würde auch so bei der TorTour teilnehmen, er ist eben ein Freak. Aber bei diesem Lauf wird auch Steffen an seine Grenzen stoßen. Zur zusätzlichen Motivation verkauft Steffen nun seine Kilometer für einen guten Zweck.

Wie kann gespendet werden? Ganz einfach, kauft Kilometer!
Jeder Km kostet 10 Cent mal mit sich selbst multipliziert. Der erste also 10 Cent und der 230. dann entsprechend 23€. Selbstverständlich kann jemand sehr gerne mehrere Kilometer auf einmal kaufen, oder für einen bestimmten Kilometer mehr als 10 Cent bezahlen.

Beispiel:
Man kauft Km 1 – 10, was also 10 Cent für den ersten, 20 Cent für den 2. usw., in der Summe also 5,50 € kosten würde.
Oder man kauft Km 229 und 230, was dann 22,90 € + 23 €, also insgesamt 45,90 € kosten würde.

Gezahlt werden müssen natürlich nur die wirklich erlaufenen Kilometer, das heißt, muss Steffen nach 190 Km abbrechen, muss auch nur bis Kilometer 190 gezahlt werden. Das motiviert natürlich zusätzlich, nicht aufzugeben, sind doch die letzten somit auch die wertvollsten Kilometer.

Eine prima Aktion, wie ich finde.

Kilometer 230 ist übrigens schon verkauft, aber es gibt noch ein paar Kilometer die genauso wichtig sind.

Weitere Infos zur Aktion findet ihr unter: http://www.platte.runningfreaks.de/

Der aufmerksame Leser wird es sich schon gedacht haben, meine Radausfahrten müssen  einen Grund haben. Nicht dass ich dem Laufen überdrüssig wäre, nein, ich brauche momentan nur eine andere Herausforderung. Während andere sich an immer längeren Distanzen versuchen kann ich keine rechte Begeisterung aufbringen 50km und mehr zu laufen. Ein Marathon ist und bleibt DIE Herausforderung für mich als Läufer, daher möchte ich auch im September in Berlin an den Start gehen. Da das aber erst im Herbst ist, und das ja noch soooo lange ist, versuche ich mich in der Zwischenzeit am Triathlon.

Ganz neue Herausforderungen lauern da auf mich. Schwimmen, und nicht plantschen, Radfahren und nicht radeln…

Allein der Bereich Ausrüstung bietet unerschöpfliche Möglichkeiten mein sauer verdientes Geld unter die Leute zu bringen.

Bereits dieses Wochenende findet im Olympiapark der 10. MRRC Stadt-Triathlon statt, und ich habe einen der 1900 Startplätzen ergattert. Der MRRC Triathlon ist jetzt „nur“ ein Volkstriathlon bzw. eine Sprint-Distanz (425m/18km/5km), den man schon irgendwie übersteht. Eine ganz andere Herausforderung sind da schon die längeren Distanzen. Der Ironman ist das Nonplusultra in diesem Bereich. Für mich genügt  als Herausforderung schon die Kurzdistanz, bzw. die Olympische Distanz (1,5km/40km/10km). Für 2013 hatte ich mir dieses Ziel fest vorgenommen.

Vor einigen Wochen habe ich über Facebook von Markus den Tipp bekommen, dass auf  www.Chiemgau-LUL.de ein Startplatz für den Chiemsee-Triathlon am 1. Juli verlost wird. Angefixt von der Idee, habe ich mich um den Startplatz beworben.

Und?

Wer hat gewonnen?

Genau, der –timekiller-

Wobei, mein erste Reaktion auf die  Benachrichtigungsmail war  nicht etwa „JEAH!“ , sondern eher „OhGottogogottogott“

Die einzelnen Distanzen sind jetzt nicht das Problem, sondern die Summe macht‘s aus. Ich habe höchsten Respekt vor dieser Aufgabe. Aber das schöne ist, ich kann das Vorhaben ganz ohne Druck angehen,  es wird sicherlich eine PB rausspringen, solange ich nicht aus dem Rennen genommen werde, weil ich die Zeitlimits überschritten haben.

oder Flachlandtraining Teil II

Was bisher geschah… => Flachlandtraining

Ohne weitere Zwischenfälle wurde der Ausflug in die Oldenburger City beendet. Man musste sich noch beeilen, denn zuhause wartete schon Grünkohl mit Pinkel (das ist ne Wurst), lecker!

Am Karfreitag Vormittag hatte ich mich nochmals mit Volker verabredet. Wir trafen uns bei Sandkrug, am Fuße der Osenberge.  Osenberge hört sich gewaltig an, handelt es sich doch „nur“ um größere bewaldete Sanddünen die von der Eiszeit übrig geblieben sind. Aber etwas magisches hat der Wald dort schon. So ranken sich auch wundersame Sagen um die Osenberge, beispielsweise soll dort einmal ein geheimnisvolles Zwergenvolk gelebt haben.

Volker war schon länger nicht mehr hier, meinte aber den Weg durch die Osenberge zur Hunte zu finden. So zogen wir los, bogen mal rechts, mal links ab, und irgendwann wussten wir dann nicht mehr wo wir sind.  Bei mir ist das ja nix neues, aber bei Volker? Kann Orientierungslosigkeit ansteckend sein? Mit Hilfe der Minikarte des Garmins schlugen wir uns weiter in Richtung die Volker vermutete. Gab es in der Nähe des Parkplatz noch viele „Gassigeher“, begegnet uns hier keine Menschenseele mehr. Wir liefen einfach mal weiter, schließlich ist der Weg das Ziel. Nach mehreren Orientierungsstopps begegnen wir doch tatsächlich einem Fußgänger, ein älterer, kleiner, etwas gedrungener Mann mit Pudelmütze kommt des Weges. Ich selbst hätte ja NIE gefragt … aber der Volker der traut sich. Er spricht den Gesellen an, um den Weg zur Hunte zu erfragen.

Dieser hebt nur abwehrend die Hand und gibt einen kehligen Laut von sich. „Araugha !“ Und stapft mit energischen Schritten an uns vorbei.

Volker und ich schauen uns verwundert an.  –Na hoffentlich wird der nicht irgendwo vermisst-

Vielleicht war‘s ja auch ein direkter Nachfahre der Osenbergerzwerge, und wir sind hier bei „Blair Witch Project Reloaded“, wer weiß?

Während sich Volker noch nachdenklich am Kopf kratzt entdecke ich ein Schild, das uns den Weg zur Hunte weist. –gerettet-

So gelangten wir also doch noch zur Hunte, und von dort ging es auf verschlungenem Pfad zurück Richtung Auto. (Ich erwähne jetzt nur beiläufig, dass wir auf dem Rückweg noch zweimal einen Bahndamm überqueren mussten, aber das schien wohl völlig normal zu sein, denn es verunsicherte  Volker keineswegs.)

Wieder zurück am Parkplatz, stellten wir beide fest, dass wir noch ewig hätten weiter laufen können, aber die anstehenden Mittagsschlemmereien, zogen uns jeweils an den heimischen Mittagstisch. Wir haben dann aber trotzdem noch gut 30 Minuten gequatscht bevor wir uns schließlich verabschiedeten.

Deichläufer meets -timekiller-

Zuhause gab‘s dann lecker Fisch, es  ist ja Karfreitag. OK, Räucheraal ist jetzt so ziemlich der fetteste Fisch den ich kenne, aber unglaublich lecker.  Dazu gabs leckerPils, der Fisch muss ja schwimmen. Das trifft sich ganz gut, schließlich muss ich noch etwas an meiner Trinkfestigkeit feilen, beim Osterfeuer am Samstag Abend, werden in der Regel keine Gefangen gemacht.

Vor dem Feuerzauber stand aber nochmals eine Radausfahrt auf dem Programm. Da mir Mittwochs der Gegenwind  ein Strich durch meinen  35er Plan machte, beschloss ich diesmal die Runde in anderer Richtung zu fahren. Auch Ausrüstungstechnisch habe ich nachgerüstet. Morgens beim Discounter fiel mir eine gepolsterte Radlerhose in die Hände. Da ich bisher komplett ungepolstert auf dem Rad unterwegs war, wollte ich zumindest mal ausprobieren, ob eine spezielle Radlerhose Linderung  meinen vier Buchstaben bringt. Der Tragekompfort der Radlerhose mit Po-Protector ist allerdings, naja, gewöhnungsbedürftig. Es fühlt sich an, als ob man eine Windel, bzw. eine riesige Slipeinlage trägt (so stelle ich mir das jedenfalls vor). –irgendwie ungangenehm-

Die ersten Kilometer laufen SUPER. Ich kann so richtig Gas geben, die ersten  15 Kilometer bekomme ich sogar einen 35 Schnitt hin. Doch dann wendet sich das Blatt.  Ist es die plötzliche Erschöpfung, oder ist hier über Nacht ein Berg gewachsen? Tatsächlich, eine Steigung, nicht steil, schließlich befinden wir uns ja immer noch im Oldenburger Land (nicht in Friesland), und da gibt es keine Berge,  nur unscheinbare Erhebungen. Die fallen nur auf, wenn man versucht sie mit 35 km/h  zu bezwingen.  Jedenfalls fällt mein Tempo erstmals unter  30km/h. Ich wechselte noch zweimal die Straßenseite um auch brav auf dem Radweg zu bleiben. Dann komme ich nach Saage, von dort sind es  15 km nach Wardenburg. 15 harte Kilometer, der Rückenwind der mich auf den ersten 15 Kilometer schön geschoben hat, bläst mir jetzt gehörig ins Gesicht. Oder ist das nur der normale Fahrtwind? An den noch laublosen Bäumen ist keine Regung zu erkennen, aber die Windräder am Horizont drehen sich wie wild. Ein Werbeschild bei einer Gaststätte rotiert wie irr und hebt gleich ab, also doch Wind…

Richtung Autobahn geht’s dann auch noch leicht nach oben, und der Wind bläst weiter unbarmherzig von vorne. Mein Tempo fällt und fällt… Verdammte Axt, Wind, direkt von vorne, und das die ganze restliche Strecke. Mein Po schmerzt höllisch, das Polster bringt ja  überhaupt nix. Die tiefe Fahrposition habe ich längst aufgegeben bevor mir noch eine Bandscheibe flöten geht.

-Ein Königreich für ein Hollandrad…-

Ich glaube ich muss an mein Zimmerfahrrad ein Tri-Lenker ranbasteln um die tiefe Fahrposition zu üben. Mittlerweile dümple ich mit 20 – 28 km/h dahin. Scheiß auf den Schnitt, ich will nur noch ankommen. In Wardenburg ist der Radweg auch noch  gepflastert. Meine Reifen sind mit 7 Bar bretthart aufgepumpt, die kleinsten Unebenheiten werden ungedämfpft übertragen. Durch die Vibrationen am Lenker werden schlagartig meine Hände pelzig.   –Vielleicht doch auf die Straße?-

Ich schließe meine Ausfahrt mit einem 28 Schnitt ab. Ist jetzt nicht überragend, aber angesichts des Gegenwinds, die Berge Norddeutschlands, will ich das mal als ordentliches Training gelten lassen.

Jetzt noch schnell unter die Dusche, und dann ab zum Osterfeuer. Ich schiebe schon gehörig Kohldampf.

Das Osterfeuer verläuft wie üblich. Frustrierte Werder Fans gestehen mir Ihre heimliche Liebe zum FC- Bayern. Die Freundschaft wird mit einer Runde Schluck besiegelt, ich revanchiere mich mit einer runde Pils, so nimmt der Abend seinen Lauf. Ich bin jetzt zwar kein Bayern Fan, sondern sympathisiere da eher mit dem blauen Nachbarn aus der zweiten Liga, aber dies zu erklären habe ich schon vor Jahren aufgebeben. Ich gelte in der Nachbarschaft als Bayer, auch wenn mein Dialekt eindeutig schwäbisch ist. Aber so ist das halt, wer aus München kommt, muss Bayer sein oder zumindest ein Fan vom FC Bayern.

Ostersonntag war dann wie erwartet trainingsfrei. Der Tag Pause hat aber gut getan, so konnte ich beim abschließenden Lauf des Flachlandtrainings am Montag noch mal einen schnellen 10er raushauen, bevor es dann wieder 8 Stunden nach hause ging.

Zeit genug, um all die Ostersüßigkeiten der Familie zu vernichten.

Traditionell fastet man ja vor Ostern. Ich trage mich mit dem Gedanken, eventuell nach Ostern zu fasten. Nötig hätte ich es jedenfalls.

Zu Ostern ist die gesamte –timekiller- Familie nach Oldenburg gefahren. Vati hatte sich in den Kopf gesetzt die freie Zeit zum sporteln zu nutzen, und da in München das Radfahren immer zu kurz kommt, wollte ich den Urlaub in Oldenburg zum Flachlandtraining nutzen. München und Radfahren ist irgendwie doof, man riskiert Kopf und Kragen bis man überhaupt erstmal „Draußen“ im Grünen ist, bevor man sich konditionell zugrunde richten kann.

Es war dann ein etwas schwierigeres Unterfangen, die Familie, Gepäck und das Tri-Bike im Auto zu verstauen, aber nachdem  die Taschen mehrmals umgepackt wurden und das Rad zunehmend zerlegt wurde, klappte auch das.

Während der Fahrt, die seeeehr lange dauerte, begann bereits die Völlerei. Es ist unglaublich was man während einer sieben stündigen Autofahrt so alles  wegfuttern kann, und wir haben da nicht etwa an Selleriestangen rumgeknabbert.

Meinen ersten Bauchentlastungslauf habe ich dann auch gleich am darauffolgenden Tag mit Volker dem Deichläufer absolviert. Wir verbanden das Angenehme mit dem Praktischen und holten seinen roten Flitzer von der 10km entfernten Werkstatt ab. Das war ein guter Trainingseinstieg nach meiner 10 tägigen Laufpause.  Danach ging es zügig nach hause zum Kaffee trinken, Oma hatte extra gebacken, da kann man ja nicht Nein sagen…

Am Donnerstag früh stand dann Radtraining auf dem Programm. Über MapMyRun habe ich mir einen Rundkurs von ca. 40 km ausgetüftelt, der fast durchgängig auf Radwegen zu bewerkstelligen ist.  Ja, ich gestehe, ich bin ein Radwegfahrer, auch wenn das in den Augen der sonstigen Radrennfahrern offensichtlich verpönt ist, nutze ich einen vorhandenen Radweg, wenn er nicht gerade mit Schlaglöchern übersäät ist.

Ich wollte mal sehen was im Flachen so möglich ist und stieg gleich ordentlich in die Pedale. Ein 35km/h Schnitt sollte  ja  möglich sein, ist ja so schön flach hier. Zu Anfang sah das auch noch ganz gut aus, aber mit zunehmender Streckenlänge hatte ich das Gefühl dass der Gegenwind massiv zunimmt.  Das wunderte mich zwar ein bisschen da man an den Bäumen an denen ich vorbei zischte keinerlei Regung erkennen konnte.

–Hm, muss wohl so ein fieser Bodenwind sein, sehr selten-

Die letzten 10 Kilometer hing ich dann auch  ganz gewaltig in den Seilen. Die Oberschenkel gingen ja noch, aber der Arsch und die Lendenwirbel schmerzten höllisch, ist doch mein Sitzapparat eher an bequeme Schreitischstühle gewöhnt als an schmale und harte Sättel.

Schlussendlich konnte ich die Runde mit einem knappen 30er Schnitt verbuchen. Naja, das, hätte auch ein bisschen schneller sein können, hätte ich nicht zweimal die Fortführung des Radweges auf der anderen Straßenseite suchen müssen.

Gleich nach der Rückkehr von der „Tour de Friesland*“ hat mir meine Frau gerade noch eine Dusche gegönnt, und dann ging es auch schon weiter zum gemeinsamen „Bummeln“ in die Oldenburger Innenstadt.   Vor dem Gang durch die Innenstadt steht aber IMMER ein ausgedehnter Besuch der Oldenburger Stofftruhe auf dem Programm. Und ich hasse Stoffläden. Ich habe meine halbe Kindheit in solchen Stoffhöllen zugebracht. Während meine Mutter sich durch die Welt der Kurzwaren wühlte, zog meine Kindheit ungenutzt an mir vorbei. Und jetzt bin ich wieder an so einen Stoffjunkie geraten.  Meist sind die Länden in schmucklosen und unattraktiven Räumen in noch öderer Umgebung untergebracht, und bieten dem gelangweilten Begleiter nicht mal einen Schemel, auf dem er auf  Erlösung warten kann, weil alles zugestellt ist mit riesigen Tischen auf denen sich die Stoffballen türmen. Ich gehe da nicht mehr mit rein, allein beim Geruch dieser Läden (die übrigens alle gleich riechen) bekomme ich Ausschlag. Ich bleibe lieber draußen im Auto sitzen höre Radio und warte geduldig. Alles andere würde sich ungünstig auf den Fortbestand meiner Ehe auswirken.

Ich wartete also geduldig und bekam langsam Hunger. Das einzig essbare, das nach unserer Trans-Germany Tour noch im Auto verblieben ist, war eine halbe Packung „Saurer Erdbeer Spaghetti“. Nach dem ich die sauren Nudeln verputzt habe, leckte ich vor lauter Hunger noch die verbliebenen Säure-Brösel aus der Packung.  Hunger hatte ich jetzt zwar noch immer, nun aber mit einem pelzigen Gefühl auf der Tsunge. Wie ich im Begriff bin, die Sitzritzen nach etwas essbarem zu durchforsten, erlöst mich endlich meine Frau.

„Super, ich muss SOFORT was essen…“ flehe ich.

Meine Frau unternimmt auch keinen Versuch mehr mich noch zu einem Abstecher bei XY zu überreden, sondern wir fahren direkt in die Innenstadt, suchen einen Parkplatz und schaffen es auch nicht mehr bis zur Stammkneipe, wo ich sonst alle zwei Stunden mein Einkaufs-Kräusen-Pils einnehme, um bei Laune zu bleiben. Wir steuern gleich einen Imbiss an, der von Außen einen ordentlichen Eindruck macht, das Mekado in der Lange Straße. Ich bestelle einen „Arabic Rollo“, etwas größeres konnte ich auf die schnelle nicht auf der Karte  finden.  Das kurze Warten wird mit einer ordentlichen Portion Rollo mit Arabic Soße, einem Salat und rotem Tomaten-Kräuter-Paprika Mus belohnt. Ich inhaliere förmlich den Rollo. Die Arabic Soße schmeckt ganz vorzüglich, auch wenn meine Tsunge noch immer etwas taub ist. Ich mampfe den Rollo mit großem Appetit. Meine Frau fragt irgendwann, ob es nicht zu scharf sei, ich verneine und mampfe weiter. Wenig später fragt sie mich ob wirklich alles in Ordnung sei. „Ja, wieso?“ „Du schwitzt!“ Und tatsächlich, ich habe Schweißperlen auf der Stirn, auch mein Haupthaar ist im Ansatz schon ganz feucht, es lösen sich die ersten Tropfen und laufen den Nacken hinunter. Weitere Tropfen folgen.

Komisch, ich spüre keine Schärfe, aber mein Körper spricht eine andere Sprache. Ich beginne mit der Serviette zu tupfen, aber das Fassungsvermögen ist schnell erreicht. Ich versuche die Geschmacksknospen meiner  geschundenen, und offenbar verwirrten Zunge mit der roten Soße zu besänftigen, die ist sicherlich milder. Denkste…

Ich spüre nichts, aber meine Drüsen geben Vollgas. In kürzester Zeit habe ich mein T-Shirt durchgeschwitzt. Ich hatte angenommen, während meiner Ausfahrt schon genug geschwitzt zu haben, aber das sind wohl noch Reserven.  Bisher trage ich ja nur während des Sports Funktionswäsche, dies sollte ich in Zukunft vielleicht mal überdenken. Zumindest wenn etwas fremdländisches auf den Tisch kommt.

Ich suche die Toilette auf, in der Hoffnung, dass ich mir zumindest unter dem Handgebläse die Haare trocknen kann. Aber die haben nur Papiertücher, diese dünnen Dinger, die in einem endlosen Schlauch aus dem Spender kommen. Ich tupfe ein bisschen, und überlege ob ich mir mit dem Papierschlauch einen Turban binden soll. Nicht dass ich mich noch erkälte…

Nachdem ich mich notdürftig trocken gelegt habe, verlassen wir den Imbiss und steuern geradewegs den „Strohhalm“ an, die haben nämlich einen Handtrockner und außerdem Kräusenpils auf der Karte, mein Flüssigkeitsdepot muss  schließlich wieder aufgefüllt werden.

 

Fortsetzung folgt…

* Dank Volker weiß ich jetzt auch dass es sich keineswegs um die “Tour de Friesland” gehandelt hat, da hätte ich wohl noch etwas weiter nördlich fahren müssen, sondern korrekterweise handelt es sich bei meiner Ausfahrt um die “Tour de Oldenburger Land”,  hört sich dann aber etwas holprig an und der Wortwitz bzgl. der Ähnlichkeit zur “Tour de France” geht dann natürlich auch in die Binsen. Aus bayerischer Sicht ist das eh alles “Preißn”..

Aber ich möchte ja hier keine Unwahrheiten verbreiten, daher: Das Gebiet um Oldenburg heißt “Oldenburger Land”.

Ich schreib das jetzt 50 mal…  (aber nicht hier)

Diesmal wollte ich alles Richtig machen.  In der Vergangenheit hatte ich mir ja oft genug selbst ein Bein gestellt. Dies sollte der Vergangenheit angehören. Man lernt ja aus seinen Fehlern, auch ich. Ja, ich war perfekt auf den Forstenrieder Volkslauf vorbereitet. Bereits am Abend vorher habe ich meine Tasche gepackt.

•    MP3-Player => geladen und Playlist auf „Rennmodus“ gestellt
•    Garmin => geladen;  Pace auf 4:35 gestellt
•    Garderobe bereitgelegt (für jede Wetteroption)
•    Wechselklamotten
•    Spezialgetränk angemischt
•    Startnummernband inkl Startnummernlocher
•    Ausschreibung bzgl. Startzeit und Datum gecheckt
•    Anfahrt mittels Routenplaner geplant
•    Potentielle Parkplätze per Satellitenbilder geortet.

Der Start des Laufes war mit 14:15 Uhr sehr –timekiller- freundlich angesetzt. Daher liebe ich den Forstenrieder Volkslauf des SC Forstenried. Eine perfekt organisierte Veranstaltung mit Volksfestcharakter. Hier ist scheinbar der ganze Stadtteil eingebunden. Die Blaskappelle spielt, die freiwillige Feuerwehr wuselt umher. Die Sponsoren präsentieren sich, es gibt ein Kinderprogramm, selbst gebackenen Kuchen und  ein Geruch von Bratwurst liegt in der Luft.

Der Samstag Vormittag lässt einen sonnigen Frühlingstag, bei angenehmen 15° erwarten. Der Wetterbericht, der Gewitterschauer ankündigt wird ignoriert, wo soll denn da jetzt Regen her kommen? Ich wähle das T-Shirt und die kurze Tight, und begebe mich früh zum Ort des Geschehens.

Ja, ich war früh da, habe mich nicht verfahren und habe auch in unmittelbarer Nähe noch einen Parkplatz gefunden. Alles lief nach Plan. An der Startnummernausgabe bekomme ich meine Startnummer inklusive dem Einmal-Chip. Die Herausforderung beim Chip besteht darin, diesen , ohne Ihn zu knicken am Schuh zu befestigen. Irgendwie sieht die Locke die sich dann am Schuh bildet nicht wirklich vertrauenserweckend aus. Na, wird schon schief gehen…


Rechtzeitig lauf ich mich warm. Ich brauche momentan Minimum 2km um einigermaßen rund zu laufen. Mein linkes Knie ist noch immer in einem unbestimmten Zustand. Schmerzen habe ich zwar keine, aber  beim Gehen macht mein Knie so ein  Zusatz-Schnackler, dadurch ist meine Geh/Laufbewegung etwas unrund. Nach dem Radfahren bsp. gehe ich für mehrere Stunden beinahe flüssig. (Seltsam, ich weiß!)

Ich laufe im Lauf-ABC Modus am Forstenrieder Schloss vorbei und dann ein langes Stück an der Autobahn entlang auf die Türme der Frauenkirche zu, die hier direkt in der Sichtachse des Schlosses liegen.  Auf dem Weg neben der Autobahn sind eigentlich nur Rennradfahrer in ihren bunten Leibchen  unterwegs, es sind lustige Radfahrer, mehrere Radler weisen mich feixend drauf hin, dass ich in die falsche Richtung laufe. –Hi, hi, Ihr seid so  witzig-  Sie sind wohl eben gerade am Tross der Halbmarathonläufer vorbei gekommen die 15 Minuten früher gestartet sind und nun in entgegen gesetzter Richtung im Forst verschwunden sind.
Unbeirrt stakse ich weiter. Nach gut 1200 Metern drehe ich um und laufe zurück, diesmal in die richtige Richtung ;-) .

Auf dem Sportplatz der Bezirkssportanlage zurück, sortiere ich mich in meinen Startnummernblock ein. Die Atmosphäre ist prächtig, der Stadionsprecher überschlägt sich beinahe vor Freude, dass auch ein „Sultan“ vom Abu Dhabi Triathlon Team mitläuft. Ich bin besorgniserregend ruhig, keine Nervosität, irgendwie will sich bei mir keine rechte Wettkampfstimmung einstellen. Was fehlt? Vielleicht ein Ziel? Aufgrund des undefinierten Knies habe ich alle meine Ziele erstmal gestrichen. Sub45 sowieso, Sub46 habe ich noch so ein bisschen im Hinterkopf, aber so richtig habe ich nicht den Glauben daran, dass ich das derzeit drauf habe. In den letzten Wochen habe ich die Intensität meiner Läufe deutlich herunter gefahren. Diese Woche bin ich gerademal zweimal gelaufen, und dann jeweils unter 10km. Tapern sagt man da wohl dazu.

Der Startschuss fällt und der Sultan stürmt los, die Karawane folgt Ihm auf dem Fuß. Bereits nach den ersten 500 Metern muss ich mich jedoch einbremsen, 4:17 ist doch etwas zu forsch für mich. Mit 4:33 hake ich dann den ersten Kilometer ab. Die Strecke führt von der Sportanlage durch eine Grünanlage in Richtung Autobahn. Hier geht es auf der „Radrennstrecke“ ein Stück an der Autobahn entlang. Der geneigte Rennradfahrer kann hier so richtig Tempo machen, wenn denn die Strecke frei ist. Mancher Radler der uns entgegen kommt „is not amused“ dass da eine Horde „Fußgänger“ seinem Temporausch Einhalt gebietet.  An „kritischen“ Einmündungen steht zusätzlich die freiwillige Feuerwehr mit Ihren Einsatzfahrzeugen. Natürlich mit Blaulicht, man ist ja im Einsatz. Damit es an den Stellen noch enger wird, stehen Zur Sicherheit  die Türen sperrangelweit offen, wer weiß, vielleicht kommt ja noch ein richtiger Einsatz, „Katze retten“, oder so was, dann muss es ja schnell gehen…

Apropos schnell, beim zweiten Kilometer bin ich mit 4:36 knapp über dem Soll. Ab dem dritten Kilometer fällt  das Feld etwas auseinander. Diesmal habe ich leider nicht das Glück, dass ich mich einem routinierten Pacemaker anschließen kann. Entweder versperrt mir eine Viererkette den Weg (ja, sind wir denn hier beim Fußball), oder ich komme der, vor mir flüchtenden Gruppe nicht näher. So laufe ich eben alleine. Kilometer drei laufe ich in 4:40. Hallo? War hier eine Steigung oder was? Den vierten KM kann ich wieder mit 4:35 auf den Asphalt bringen, um dann auf dem fünften Kilometer mit 4:45 gerade zu  einzubrechen.  Konstant laufen ist was anderes. Ich beginne zu rechnen, die Sub46 kann ich knicken, das wird nix mehr. Noch 5km und ich habe nichts mehr was ich ins Feuer werfen könnte. Der Puls ist längst bei 95% HFmax angekommen.  Doch wieder zu schnell angegangen, ist ja nix neues!

Der Kurs durch den Forstenrieder Forst ist zwar relativ flach, aber leider auch etwas eintönig, weite Strecken entlang der Forststraßen (Geräumt) geht es schnurgerade aus. Aufgrund der Streckenführung  ist es aber der einzige Lauf den ich kenne, der bei 10km zwei Versorgungstationen hat. OK, es ist eigentlich nur eine Station, aber man kommt eben zweimal dran vorbei , einmal bei ca. 3,5 km und dann bei ca. 7km. Vom reichhaltigen Angebot nehme ich keinen Gebrauch.  Letztes Jahr  gab‘s da sogar feuchte Schwämmchen für die Athleten. Mal sehen, ob Sie dieses Jahr statt dessen Regencapes verteilen, denn der Himmel hat sich  trotz allem Optimismus verdunkelt  und in der Ferne rumpelte es auch schon bedrohlich.

Kurz nach dem passieren der zweiten Verpflegungsstation beginnt es zu tröpfeln. Wenig später schüttet es. Als man denkt jetzt kann es  nicht mehr schlimmer werden, wird der Regen von einem Hagelschauer abgelöst, danach regnet es einfach weiter. Wo ist eigentlich die Feuerwehr abgeblieben? Schlauchboote holen, oder Keller abpumpen?
Ich bin mittlerweile auf dem Rückweg zurück zur Bezirksportanlage. Auf dem sechsten und siebten Kilometer konnte ich die Pace wieder leicht auf 4:37 anheben, aber mehr ist nicht  drin. Der Regen läßt den Turbo der –timekiller-Rakete absaufen.  Mit 4:48 schnorchle ich Kilometer acht und neun durch die Pfützen.  –Ohgottogottogottogott-.

Wo soll denn da jetzt noch ein Zielspurt herkommen.  Ca. 500 Meter vor dem Ziel zieht ein junger Kerl im 100 Meter Sprint Tempo an mir vorbei, da hat sich aber einer sein Lauf richtig eingeteilt? Ich selbst nehme es zum Anlaß das letzte Briket ins Feuer zu werfen.  Wie ich auf die aufgeweichte Aschenbahn einmünde, höre ich den Stadionsprecher sagen, „Die jetzt einlaufenden Läufer finishen mit einer  45er Zeit…“ Ich habe jedoch noch 200 Meter zu laufen. Es ist zwar rechnerisch völlig unmöglich, aber wer kann bei einem Puls von annähernd 100%  HFmax noch logisch denken.  Mit 4:10 auf den letzen Kilometer schieße ich über die Ziellinie. Leider sollte dies das einzige Superlativ für heute sein. Für eine Sub46 hat es natürlich heute nicht gereicht. 46:14 lautet das offizielle Ergebnis. Mehr war heute nicht drin.

Immerhin Platz 18 (von 58) in der Altersklasse M40. In der AK M60 wäre ich mit dem Ergebnis auf den 3. Platz gekommen.

-Jetzt gilt es die Form zu halten-

:-)

SuperMario hat mich in einem Kommentar bei Markus nachdenklich gemacht.

Und jetzt habe ich einen…

Trans-koller

Ist ein Transpirator, der im Transit Transporter transatlantisch zum Transformator in Transsilvanien transloziert, um dort einen Transistor zu transplantieren ohne dabei transparent zu transpirieren, nun ein transusiger transzendenter Transvestit?

Ich hoffe doch nicht.

Da ja bald Ostern  ist, habe ich im Netz für Euch einen Gastbeitrag versteckt. Der Post wird in den nächsten Tagen (oder Wochen) irgendwo veröffentlicht. Wo, sage ich nicht.

Um es Euch nicht zu einfach zu machen, hat der Gastgeber hier auch noch nie kommentiert. (wieso eigentlich?)

Der/die Erste, der hier den Link zum Beitrag postet gewinnt einen prima Starnummern Locher  aus meinem Webshop. Und weil Ostern ist, lege ich noch ein passendes Starnummernband dazu.

Na, wenn das mal kein Ansporn ist die Läuferblogwelt zu durchwühlen, dann weiß ich auch nicht.

Viel Spaß beim Stöbern

Euer -timekiller-

—   —   —   —   —

Das Spiel ist aus, Hannes hat den Link zu Markus  Blog als erster gepostet. Margitta konnte in der Damenwertung punkten.

http://twnblog.de/

Somit dürfen Hannes und Margitta zukünftig einen duften Startnummernlocher ihr eigen nennen. Und mit dem kompatiblen Startnummernband sind die beiden in Zukunft bei Ihren Läufen dann sicher noch schneller.

"Start" Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Schmitz; www.ganz-muenchen.de

Ich hatte meine Ziele fürs Frühjahr recht hoch gesteckt, zu hoch wie ich in den letzten zwei Wochen feststellen musste. Mein Projekt Sub45 war vielleicht doch zu ambitioniert.  Zehn Sekunden hört sich wenig an, wenn man aber seine Pace pro km um 10 Sekunden drücken möchte, dann ist das richtig  Arbeit.  Allein beim Betrachten meines Trainingsplans traten mir die Schweißperlen auf die Stirn. Bei vier Einheiten pro Woche, davon zwei Tempoeinheiten von 7-10 km mit einer Pace von 4:30 – 4:40; da muss ein alter Mann ganz schön für rackern. Bei einem Intervalltraining  vor zwei Wochen bekam ich dann die Quittung. Das Ergebnis: multiple Schmerzen im linken Bein.
Ich habe daraufhin die Tempoeinheiten gestrichen, die Umfänge und Intensität reduziert, und das Alternativprogramm ausgebaut (Ergometer, Schwimmen). Eine Teilnahme am Westparklauf, wo ich einen ersten Angriff  für die Sub45 starten wollte, war daher erstmal aus dem Fokus.

Eine Teilnahme machte ich abhängig  von meinem Lauf am Freitag.  Da traf sich die Westparkcombo zum lockeren Feierabendlauf durch eben besagten Westpark. Wenn ich mit Lars und Henrik mithalten kann, mein linker Haxen hält, dann wollte ich  am Sonntag  an den Start gehen, ganz unter dem olympischen Motto „dabei sein ist alles“.

Da ich mir nicht sicher war, ob ich überhaupt angemeldet war, musste ich am Sonntag schon früh los, da eine Nachmeldung nur bis spätestens  eine Stunde vor Start möglich ist.

Ich war natürlich angemeldet, war ja klar, die Anmeldebestätigung von SAS ist nur in den untiefen meines Postfachs untergegangen.

Jetzt war ich natürlich viiiiieeeel zu früh da.  Ich konnte sogar direkt am Audi-Dome parken, was soll ich jetzt gut 80 Minuten vorm Start tun? Schon mal eine Stunde warmlaufen? Ich trottete durch die Gegend auf der Suche nach einem Opfer dem ich ein Gespräch ans Bein nageln kann, aber ich wurde nicht  recht fündig, ich war auch einfach noch zu verschlafen. So früh bin ich ja selbst Wochentags nicht unterwegs. Außerdem war mir saukalt.  Daher setzte ich mich wieder ins Auto und nuckelte  ein bisschen an meinem „Spezialgetränk“ und checkte auf dem Smartphon mal die anderen Läuferblogs, was  die so treiben.

Kurz nach Neun treibt mich dann doch die Langeweile zum Warmlaufen, so bin ich schon mal 3 km durch den Park gewackelt. Es ist ungemütlich, 100% Luftfeuchtigkeit und kalt.

Als ich wieder am Auto war, um noch einen finalen Schluck aus der Pulle zu nehmen, setzte ich auch den Garmin zurück. Das dazu gehörende „Piep“ war dann auch das letzte was der FR für den Sonntag von sich gab.  Die Anzeige ist eingefroren… ist es so kalt? Panisch drücke ich auf allen Knöpfen rum, nix  zu machen, ich kann die Uhr noch nicht einmal mehr ausschalten. Die Pulsanzeige verharrt bei entspannten 105 bpm,  innerlich koche ich jedoch… -GRRRR-

Wird das jetzt zur Regel, dass ich beim Westparklauf ohne Pulsuhr antrete? Letztes Jahr funktionierte zwar die Uhr, lag aber im heimischen Bad. Dieses Jahr habe ich die erste Hürde gemeistert, jetzt lässt mich aber die Technik im Stich. Gut, dass es dieses Jahr beim Westparklauf erstmalig eine Nettozeitnahme gibt, dann brauche ich mir um die Zeitnahme keine Sorgen zu machen.

Und der Rest…? Ach, Scheiß drauf, laufen wir halt mal nach Gefühl.

Ich reihe mich im Mittelfeld in die Startaufstellung ein, bei einer Nettozeitnahme gibt es ja auch kein Grund zu drängeln.  Pünktlich geht’s los. Ich lasse mich mit der Masse mittreiben. Mein Plan wäre gewesen konstant 4:45 zu laufen, wenn das Bein sich meldet eben etwas langsamer. Mal sehen wie weit ich damit komme.

Noch auf dem ersten Kilometer kommt die erste Steigung über die Ringbrücke in den westlichen Teil des Parks. Über diese Brücke müssen wir insgesamt viermal rüber, noch geht’s ganz gut.  Der erste Kilometer wäre geschafft.  Kurz nach Kilometer zwei bleibt mir beinahe das Herz stehen.  Wir haben gerade den Biergarten am Rosengarten passiert, es geht ein kurzes Gefälle runter, und ich gebe Gas, da  läuft Sie plötzlich vor mir, ein Traum von einer Läuferin mit athletischen Schritten, ich sehe nur noch ROSA, darüber tanzen grüne Sterne, in großen weißen Buchstaben steht B I A N C A auf der Shorts. Höre ich Engelsgesang?  Hallöchen Popöchen!!! Das nenne ich nun wirklich mal eine Tight. -Huuiuiuiuiuiui-. Die Frau scheint ein heißes Gemüt zu haben. Während ich heute früh überlegt habe, im Skianorak zu laufen, trägt Sie neben dem äußerst knappen Höschen vom Modell AfH*, ein giftgrünes, ärmelloses Top, und rosa Kniestrümpfe. Das ist echt die Wucht! Sollte ich jemals meiner Frau erotische Wäsche schenken, dann werde ich einen Abstecher in Biancas Sportboutique machen, oder gibt’s das jetzt auf der Erotikmesse?

Ich bin versucht mich für den Rest es Laufes  hinter Bianca zu klemmen, aber wir sind ja hier nicht beim Lapdance. Ich ziehe an Ihr vorbei und klemme mich an einen weit weniger attraktiven Hintern. Hier steht kein Name drauf, an der Hüfte hängt dafür die Startnummer „63“. Er läuft genau mein Tempo, ich schließe zu Ihm auf, und wir laufen die restlichen 8km Seite an Seite, bzw. hintereinander wie einTandem. Mal läuft er vorraus, mal ich. Er blinzelt ab und zu auf seine Uhr. Er scheint zufrieden zu sein. Der Blick auf meine Uhr zeigt noch immer die eingefrorenen 105 bpm.

Als wir die Westparkrunde einmal absolviert haben und über die Zwischenzeitenmatte gehen, wage ich meinen Laufpartner nach der

"Halbzeit" Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Schmitz: www.ganz-muenchen.de

Durchgangszeit zu fragen. „22:52“ kommt es knapp.

-OK, nicht schlecht, dann warten wir mal auf den Einbruch-.

Wir begeben uns auf die zweite Runde. Die Steigung über den Ring ist nicht flacher geworden. Ist da jetzt auch noch Wind dazu gekommen? Ich falle etwas zurück, habe meinen Paceläufer aber beim anschließenden Gefälle wieder eingeholt.  Was macht mein Bein? Nix, fröhlich verrichtet es seine Arbeit.  Mein Zugpferd läuft wie ein Uhrwerk, später finde ich heraus dass es sich bei meinem Laufpartner um einen erfahrenen Ultraläufer handelt.  An der letzen Steigung im östlichen Westpark auf dem letzten Kilometer schwinden mir dann doch etwas die Kräfte und ich falle  weiter zurück.

Geht da heute noch was? Zeit die –timekiller-Rakete zu zünden, ich kämpfe mich wieder von hinten an mein Pacemaker heran. Er hört meinen schweren Atem und zieht auch an, ich hänge Ihm im Nacken, kann ich noch eine Schippe drauf legen? Ich kann, doch der Verfolgte gibt Fersengeld. Wie die bekloppten rennen wir auf das Ziel zu,  habe ich noch irgendwo einen Tiger im Tank? Ich schaffe es … nicht mehr. Gut ein Schritt später  komme ich ins Ziel. Ich klatsche mich mit Andreas ab, und bedanke mich für den Lauf, und für das Finish. Das hat wirklich Spaß gemacht.

"Fotofinish" Bild mit freundlicher Genehmigung von Martin Schmitz: www.ganz-muenchen.de

Im Ziel treffe ich Henrik von den Running Twins, der mit seinem Lauf nicht ganz so zufrieden ist wie ich. Wir unterhalten uns kurz, dann zieht er gemeinsam mit dem Team der  Running Company zum Auslaufen ab, mich zieht es hingegen ins Verpflegungszelt zum warmen Multivitaminsaft.

46:03 lautet mein offizielles Ergebnis. Nicht schlecht, eine 4:36 Pace kann sich sehen lassen.  Ist das jetzt eine PB? Letztes Jahr konnte ich beim Sommernachtslauf im Juli eine 45:40 ins Ziel bringen, allerdings bezweifle ich, dass es sich damals um eine offiziell vermessene Strecke handelte, da der Kurs wegen einer Veranstaltung kurzfristig geändert werden musste.
Mein neues Projekt heißt jetzt übrigens  „Sub46“

* Arsch frisst Hose

Weitere Bilder und ein Startvideo gibts auf www.ganz-muenchen.de

Mit Runalyze hat Hannes Christiansen und Michael Pohl eine echte Alternative zu den bestehenden online  und offline Trainingstagebüchern geschaffen.

Auf Brennr.de wurde erst  kürzlich die Software vorgestellt.

Runalyze ist eine webbasierte OpenSource Software,  und benötigt daher einen WEBserver mit PHP und eine MySQL Datenbank.  Runalyze kann aber auch offline, auf dem eigenen Rechner installiert werden, aus performance Gründen wird dazu sogar geraten, außerdem fehlt der online Variante momentan noch ein integrierter Passwortschutz.

Für die lokale Installation bedarf es also eines eigenen Web und Datenbankservers.

Und genau hier blasen die meisten schon die Backen auf und lassen die Finger von der Software, und das ist schade, denn der WEB/Datenbank Server ist ganz einfach mit XAMPP realisiert.

Daher, hier meine ausführliche Anleitung für die Installation der XAMPP Umgebung auf einem Window 7 (64-Bit) Rechner, mit anschließender Installationsanleitung für Runalyze. Die XAMPP Installation sollte mit Administratoren Berechtigung installiert werden. (Sollte etwas unklar sein, können die Screenshots durch anklicken vergrößert werden.)

1. Download Runalyze  => http://runalyze.laufhannes.de/download/

2. Download XAMPP => http://www.apachefriends.org/de/xampp-windows.html#1098

Ich empfehle hier die “Installer” Version (derzeit Version XAMPP Windows 1.7.7)

http://sourceforge.net/projects/xampp/files/XAMPP%20Windows/1.7.7/xampp-win32-1.7.7-VC9-installer.exe/download

 

3. Start der XAMP Installation (durch Doppelklick auf  xampp-win32-1.7.7-VC9-installer.exe)

Sprache auswählen => OK

4. Hinweis bzgl. Installationspfad

=> OK

5. Willkomen

=> Weiter

6. Zielverzeichnis auswählen

Vorgabe übernehmen =>Weiter

7. XAMPP Optionen

Empfehlung: Apache und MySQL nicht als Dienst (im Hintergrund) starten zu lassen.

Hintergrund: Wird Runalyze nicht genutzt, wird auch der Webserver und die Datenbank nicht benötigt, und verbraucht so nicht unnötige Resourcen.

In diesem Fall muss eben bevor später Runalyze genuzt wird, über das XAMPP Panel der Webserver und die Datenbank gestartet werden.

=> Installieren

8. Installationsvortschritt

9. Installation fertig stellen

=> Fertig stellen

10. Controll Panel starten

=> Ja

11. Apache und MySQL starten

=> klick aus Apache und MySQL Start Button

Das wars fürs erste: XAMPP ist installiert, jetzt kann runalyze installiert werden.

 

12. Runalyze entpacken

Rechte Maustaste => Alle extrahieren

13. Ziel angeben

=> Extrahieren

14. Runalyze Ordner aus Archiv kopieren

Ordner markieren => rechte Maustaste => Kopieren

15. Verzeichnis nach c:\XAMPPP\htdocs kopieren

In Verzeichnis: C:\XAMPP\htdocs wechseln

Rechte Maustaste =>Einfügen

16.  Browser starten (Firefox, Safari, Internetexplorer…)

In Browser-Adresszeile: “http://localhost” eingeben => Sprache auswählen

17. PHPMyAdmin zur DB Administration starten

=> auf PHPMyAdmin klicken

18. PHPMyAdmin

=> Auf “Datenbanken” klicken

19. Runalyze Datenbank anlegen

“runalyze” eintragen => Anlegen klicken

Man könnte nun noch ein DB-Benutzer mit Kennwort setzen, aber ich spare mir das hier an dieser Stelle, und wir nutzen für die Runalyze Konfiguration den Root Benutzer mit leerem Kennwort.

 

20. Runalyze Konfiguration Starten:

In Adresszeile von Browser: http://localhost/runalyze/install.php eingeben

=> “Installation Starten” klicken

21. Alle Datenfelder löschen! Und eigene Werte eintragen (s.u.)

Hostserver: localhost

Datenbank: runalyze

Benutzer: root

Passwort: -leer lassen-

Präfix: runalyze_

=> Verbindungdaten Prüfen klicken

 

22. Alles OK?

Alles “Grün”? => “Konfigurationsdatei schreiben” klicken

23. Konfig schreiben

=>Tabellen schreiben klicken

24. ENDE

Gratualation, das wars, Du bist jetzt ein “Runalyzer” => Runalyze Starten

 

Viel Spaß mit Runalyze wünscht Euch

-timekiller-

 

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